Rio: Müllarbeiter retten ausgesetztes Baby und wollen es adoptieren

„Ich dachte zuerst, dass es eine Puppe sei“

03.04.2025

Screenshot Baby Rio de Janeiro
Der Müllarbeiter Samuel da Silva Santos hält das Baby in seinen Händen. Copyright by Screenshot Instagram-Video von dailymail

Ein Müllarbeiter in Rio de Janeiro entdeckte ein neugeborenes Mädchen zwischen Müllsäcken. Das Baby lebte und könnte nun bei seinen Rettern ein neues Zuhause finden, wie Pro Sieben berichtet.

Samuel da Silva Santos stieß während seiner Nachtschicht im Norden der Millionenstadt auf das Kind: „Ich dachte zuerst, dass es eine Puppe sei“, schilderte der Straßenreiniger der Deutschen Presse-Agentur. Als er das Mädchen hochhob, begann es zu weinen. Ein Kollege filmte den Fund gegen 3 Uhr morgens, das Video verbreitete sich rasch in sozialen Medien.

Das Baby wurde umgehend ins Krankenhaus gebracht. „Sie ist eine Kriegerin. Sie wurde ein zweites Mal geboren“, sagte Santos über den Gesundheitszustand des Säuglings. Mediziner bestätigten den stabilen Zustand des Kindes.

Santos und sein Kollege Anderson Nunes möchten das Mädchen adoptieren, das sie „Vitória“ (Siegerin) tauften. Doch brasilianisches Recht sieht vor, dass zunächst alle Möglichkeiten zur Rückführung in die biologische Familie geprüft werden müssen. Erst wenn keine Angehörigen gefunden werden oder diese das Sorgerecht ablehnen, darf eine Adoption erfolgen.

„Wenn sich niemand findet, hat sie bereits eine Familie“, betonte Santos entschlossen laut dem Spiegel. Der 46-Jährige, selbst Vater dreier Kinder, hatte vor 18 Jahren bereits ein totes Baby im Müll entdeckt – ein Erlebnis, das ihn nach eigenen Angaben prägte.

In Deutschland werden jährlich schätzungsweise 30 bis 40 Neugeborene ausgesetzt. Die Dunkelziffer liegt jedoch höher, da nicht alle Fälle bekannt werden.

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