Künstliche Befruchtung: Niedrige Erfolgsquote und hohe Risiken
80 Prozent bleiben kinderlos
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Das Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) hat das österreichische Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG) scharf kritisiert. Auch zehn Jahre später gebe es keine umfassende Aufklärung über die körperlichen Risiken der künstlichen Befruchtung, betonte IMABE-Direktorin Susanne Kummer. Neue wissenschaftliche Studien, die gesundheitliche Risiken für Frauen und Kinder durch Samen- und Eizellspenden belegen, würden seit Jahren ignoriert.
Das österreichische FMedG wurde 2015 novelliert und regelt die künstliche Befruchtung. Zugang haben nur Paare, Einzelpersonen sind ausgeschlossen. Seit 2015 können auch lesbische Paare die In-vitro-Fertilisation (IVF) mit Samenspende in Anspruch nehmen.
Gesetzlich erlaubte Methoden in Österreich sind Intrauterine Insemination (IUI), Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) und IVF, zudem sind Samen- und Eizellspenden unter bestimmten Bedingungen gestattet. Präimplantationsdiagnostik ist nur bei schweren Erbkrankheiten oder wiederholten Fehlgeburten erlaubt. Leihmutterschaft, Social Egg Freezing ohne medizinischen Grund und Embryonenspenden sind hingegen verboten.
Besonders besorgniserregend sei die geringe Erfolgsquote bei der künstlichen Befruchtung: 80 Prozent der Frauen blieben trotz belastender Hormonbehandlungen kinderlos. Obwohl der österreichische Staat von 2018 bis 2023 111 Millionen Euro in fast 70.000 Versuche investiert hat, lag die Erfolgsquote zuletzt bei 20,7 Prozent.
Wissenschaftliche Studien weisen zunehmend auf gesundheitliche Risiken für IVF-Kinder hin. Nach einer aktuellen skandinavischen Studie haben sie ein um 36 Prozent erhöhtes Risiko für schwere Herzfehler, auch Schlaganfälle und Herzschwäche im Erwachsenenalter sind häufiger.
Auch die vielfach angewandte ICSI-Methode steht in der Kritik: Eine 2024 in The Lancet veröffentlichte Studie zeigt, dass sie sogar die Chance auf eine Lebendgeburt verringern kann, obwohl sie in Österreich mittlerweile in 73,2 Prozent der Fälle angewendet wird.
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