FDP-Chef Lindner verklagt „Titanic“ wegen skandalöser Abtreibungssatire

„Lindner stellt Eilantrag zur Abschaffung von § 218“

28.02.2025

Christian Lindner, Franca Lehfeldt
Christian Lindner und seine Ehefrau Franca Lehfeldt. Copyright by IMAGO / Bernd Elmenthaler

Das Satireblatt Titanic hat ein skandalöses Titelbild mit dem FDP-Vorsitzenden Christian Lindner und seiner schwangeren Ehefrau Franca Lehfeldt veröffentlicht: „Baby-Glück im Eimer. Es wird ein Low Performer! Lindner stellt Eilantrag zur Abschaffung von § 218“, lautete die dazugehörige Schlagzeile.

Somit impliziert die Schlagzeile der Titanic, dass Christian Lindner die Abtreibung seines ungeborenen Kindes befürworten würde.

Als Reaktion geht Lindner nun juristisch gegen vor, wie die Frankfurter Allgemeine berichtet. Sein Anwalt Christian Schertz hatte der Zeitschrift schon eine Unterlassungsaufforderung zum Titelblatt der Januar-Ausgabe des Blattes geschickt.

Besonders zu kritisieren sei der Satz „Lindner stellt Eilantrag zur Abschaffung von § 218“, so der Anwalt von Lindner. Da es um die „grundlose und auch bezugslose falsche Unterstellung eines gewollten Abbruchs werdenden Lebens“ handele, helfe auch die vermeintlich satirische Verkleidung der Aussage nicht.

Brisant an der Geschichte: Lindner hatte in einem Interview, während seine Frau schon schwanger war, einen Angriff auf den Lebensschutz angekündigt (1000plusNews berichtete). Die FDP-Fraktion sei beim § 218 StGB „wesentlich veränderungsbereiter“ als die Union. Wörtlich sagte Lindner: „Deshalb sollte im nächsten Koalitionsvertrag eine Bestimmung aufgenommen werden, dass die mögliche Abschaffung von Paragraf 218 von der Koalitionsdisziplin ausgenommen wird.“

Im nächsten Bundestag wird die FDP allerdings nicht vertreten sein. Bei der Bundestagswahl 2025 erreichte die FDP laut vorläufigem Endergebnis nur 4,3 Prozent der Stimmen und scheiterte damit an der Fünf-Prozent-Hürde, wie die Tagesschau berichtet.

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